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Freitag, den 30. Oktober 2009 um 06:20 Uhr

Webshop-Zahlungsmittel im Überblick

Geschrieben von Vincent Offenbeck / eCleaners-Team
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Webshop-Betreibern stellt sich zwangsläufig die Frage nach den anzubietenden Zahlungsarten. Jede für sich deckt eine eigene Zielgruppe ab, verursacht gewisse Kosten und so manch eine bietet gar nicht offensichtliche Vorteile.

Artenvielfalt.

Kreditkarte, PayPal, Vorauskassa oder Handy-Zahlung - die Liste der verfügbaren Zahlungsmöglichkeiten für Online-Shops ist lang und erstreckt sich längst nicht auf die vier eingangs erwähnten. Im Grunde genommen ist für die Zusammenstellung des optimalen Payment-Portfolios wie so oft vor allem eines entscheidend: dessen Abstimmung auf die zu erreichende Zielgruppe.

Das ausgefeilteste und sicherste Zahlungsmittel nutzt wenig, wenn der Nutzer nicht damit umzugehen weiß. So kann beispielsweise älteren Zielgruppen die Existenz verschiedener Zahlungsmöglichkeiten, wie z.B. Zahlung-per-Handy (paybox), gar nicht bewusst, bzw. deren Verwendung völlig schleierhaft sein. "Ein potenzieller Kunde, der kein Zahlungsmittel seines Vertrauens vorfindet, wird ein potenzieller bleiben."

Bei der Auswahl einzelner Payment-Dienste können Webshop-Betreiber jedoch rasch falschen Annahmen unterliegen -  und zwar gerade wenn sie die Ausrichtung an Ihrem Kundenkreis berücksichtigen. Besonders gilt dies für Neugestaltungen, bzw. Neuerrichtungen bestehender Online-Shops und äußert sich dann meist in Aussagen wie: "Unsere Kunden zahlen großteils per Vorkassa/Nachnahme" oder "Bislang hat unser Shop auch ohne Kreditkarten-Zahlung gut funktioniert".

Tatsächlich? Wie viele Besucher haben den Shop im Zuge des Bestellvorganges auf Grund fehlender Zahlungsmöglichkeiten verlassen? Zahlen Kunden nur in Ermangelung von Alternativen per Vorauskassa/Nachnahme? Fragen, die sich mit Hilfe der richtigen Conversion-Tracking- und Reporting-Tools vergleichsweise einfach beantworten ließen - leider liegt in der Regel jedoch kein statistisches Material vor, auf das Webshop-Betreiber im Entscheidungsmoment zurückgreifen könnten. Im Folgenden also nun einige Anregungen zu den wichtigsten Zahlungsdiensten mit Ihren Vor- und Nachteilen, sowie einigen nicht ganz offensichtlichen Aspekten, die es bei der Auswahl zu berücksichtigen gilt:

 

Zahlung per Vorkassa/Überweisung

"Der" Klassiker unter den Zahlungsmöglichkeiten im Versandhandel, schon aus Zeiten der Katalog- und TV-Bestellungen. Ihren Erfolg verdankt die Banküberweisung als Zahlungsart ihrer regen Verbreitung - jeder Inhaber eines Bankkontos kommt als Auftraggeber oder Empfänger in Frage - und dem kaum existenten Implementierungsaufwand.

Die simple Angabe von Kontonummer, BLZ und Empfängername in Bestellbestätigungen genügt allen Anforderungen an einen geschlossenen Zahlungskreis, die Kosten für den Empfänger sind vergleichsweise gering und die "Verwendung" der Zahlungsart aus dem täglichen Leben bestens bekannt, sowie für jedermann nachvollziehbar. Vorkassa im eigenen Shop anzubieten kostet nichts - kann also nicht schaden. Oder doch? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen:

Spricht der eigene Onlineshop eine ältere Zielgruppe an, sollte Vorkassa als Zahlungsoption nicht fehlen. Wieso einem Besucher, dem die Navigation im Medium Web (z.B. auf Grund falsch gewählter Schriftgrößen, mangelnden Kontrasts, etc.) ohnehin schwer fällt, das einzig Vertraute rauben, das er bereits von Otto, Quelle & Co. seit Jahrzehnten kennt und nutzt?

Banküberweisungen haben jedoch ihre Tücken und zwar vor allem für Webshop-Betreiber: Tägliche (teils mehrmalige) Kontrollen des Online-Portals der Bank nach Zahlungseingängen, deren Zuordnung zu einzelnen Bestellungen, sowie das Abwarten der Eingänge für den Start des Versands. Jawohl, "Warten". Alle nicht eingehenden Zahlungen, denen es mühsam nachzutelefonieren/-mailen gilt, einmal außer Acht gelassen, besteht die Hauptproblematik der Vorkassa im Warten auf das Einlangen des Rechnungsbetrages.

Sofern Sie sich nicht in der glücklichen Lage sehen, ausschließlich Nischenprodukte zu vertreiben, die außer Ihnen niemand anbietet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie im Web auf Konkurrenten stoßen. Gegenüber diesen zählt jeder Vorteil - und die Rede ist nicht zwangsläufig vom Preis. Kunden suchen im Web wie in der realen Welt vorrangig nach gutem Service, der Preis ist zweitrangig. Eine rasche Lieferung der bestellten Waren befriedigt nicht nur den "Will-Haben"-Drang des Kunden (der im Vergleich zu Spontankäufen in Ladengeschäften im Web ohnehin problematisch ist), sondern zeugt zudem von effizienten Prozessen innerhalb des Unternehmens.

Ein guter Speditionspartner liefert Pakete im Inland in der Regel binnen 1-2 Werktagen aus, jegliche Verkürzungen dieses Bestellschrittes ziehen meist unverhältnismäßig hohe Kosten nach sich. Das wahre Zeit-Einsparungspotenzial liegt demnach in der Spanne zwischen Bestellabgabe und Versandzeitpunkt. Im Gegensatz zu allen Sofort-Bezahloptionen, wie Kreditkarten, PayPal, paybox oder e-cash, ziehen Banküberweisungen hier klar den Kürzeren.

Nicht zu vergessen: Bei Vorkassa muss der Kunde zwangsläufig in Vorleistung treten, d.h. einem ihm in der Regel unbekannten Empfänger zunächst ohne Gegenleistung Geld zu überweisen - einer der Haupt-Ausstiegsgründe aus Zahlungsvorgängen.

 

Zahlung per Nachnahme

Beinahe so alt wie Vorkassa und Banküberweisung ist das Bezahlen per Nachnahme: Post oder Paketdienst heben den Rechnungsbetrag im Zuge der Zustellung ein und tätigen anschließend eine Überweisung auf das Bankkonto des Versenders. Hierfür fällt eine Gebühr an, die sich in der Regel zwischen vier und fünf Euro für Inlandsversand bewegt. Dieser Mehraufwand wird Webshop-Kunden meist im Zuge des Bestellvorganges auf den eigentlichen Rechnungsbetrag aufgeschlagen und kann Kleinbestellungen teilweise verhindern: Beträgt der Bestellwert beispielsweise 20 Euro, so fallen (nebst der eigentlichen Versandkosten) zusätzliche 5 Euro für die Nachnahmezahlung durchaus ins Gewicht.

Wieso ist Nachnahmezahlung also dennoch auf Platz zwei der von Webshop-Betreibern angebotenen Zahlungsmöglichkeiten (nach der Vorkasse)? Zum einen auf Grund derselben Aspekte, die schon bei der Vorkassa angeführt wurden - einfachste Einrichtung, Bedienung, Abwicklung und hohe Reichweite. Für Kunden besonders interessant ist jedoch die Tatsache, dass sie weder in Vorleistung treten müssen, noch das Risiko einer Nicht-Lieferung der bestellten Artikel tragen. Tritt dieser Fall tatsächlich ein, erfolgt auch keine Zahlung des Rechnungsbetrages. Nicht zuletzt erlaubt die Zahlungsmethode auch einen prompten Versand und gewährleistet dem Händler den Erhalt der Rechnungssumme.

Zahlung per Kreditkarte

Trotz steigender Popularität erfreuen sich Kreditkarten hierzulande längst nicht derselben Verbreitung wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten. Für den Betrieb eines soliden und effizienten Webshop sind sie in der Regel jedoch aus zweierlei Gründen unumgänglich:

  1. Kreditkarten zählen zweifelsohne zu den beliebtesten Zahlungsmitteln im Web. Ihre Verwendung ist überaus einfach und mit den neuen Sicherheitsfunktionen (z.B. Verified by Visa oder MasterCard SecureCode) sind Käufer und Verkäufer vergleichsweise gut vor beiderseitigen Missbräuchen geschützt. Darüber hinaus sind die Zahlungen für den Webshop-Inhaber sofort ersichtlich - einem prompten Versand der bestellten Waren steht nichts mehr im Wege.

  2. "Was nichts kostet, ist nichts wert." Die Akzeptanz von Kreditkarten im eigenen Onlineshop verursacht neben laufenden Transaktionsgebühren und Disagios auch einmalig zu entrichtende Einrichtungsgebühren für den Payment Provider, die leicht mehrere Hundert Euro betragen. Ein Preis, den Hobby-Shop-Betreiber und Wohnzimmer-Verkäufer meist nicht zu zahlen gewillt, oder gar in der Lage sind. Führt man sich diese Kosten und die anhängige Pflichtüberprüfung des Shops durch den Zahlungsanbieter vor Augen, so offenbart sich einer der Hauptaspekte von Kreditkarten-Akzeptanz im Shop:
    Sie dient als Hygienefaktor, der semi-professionelle von professionell betriebenen Webshops unterscheidet und dem Kunden zusätzliches Vertrauen suggeriert.

 

Zahlung per PayPal

Der eBay-Zahlungsdienst PayPal verdankt seine weite Akzeptanz sicher nicht zuletzt dem hohen Erfolg der Auktionsplattform selbst, aber der (für Zahlende) kostenlose Dienst bietet noch einen weiteren interessanten Vorteil: PayPal fungiert als "Unterhändler", sprich die Zahlung wird zunächst gesichert, dem Händler die Freigabe für den Versand übermittelt und im Anschluss daran ein Austausch vorgenommen - Geld gegen Leistung. Kunden können somit Einspruch gegen nicht erfolgte Lieferungen, Mängel etc. erheben und die Zahlung stornieren (oder den Vorgang prüfen) zu lassen.

Diese Möglichkeit trägt entscheidend dazu bei, die natürliche Skepsis seitens der Kunden gegenüber Online-Bestellungen zu überwinden und zusätzliche Verkäufe zu ermöglichen. Für Anwender praktisch: Über die Webmaske des Payment-Dienstes können User Geld von Ihrem Bankkonto oder Ihrer Kreditkarte auf das "PayPal-Konto" aufbuchen und dieses bequem für Transaktionen im Web verwenden - ohne dabei die eigenen Kreditkarten-, bzw. Bankdaten an den Shop preiszugeben!

Händlerseitig lassen sich eingegangene Zahlungen ab einem Abbuchungsvolumen von (derzeit) 100 Euro kostenlos auf ein Bankkonto ihrer Wahl überweisen, dieser Vorgang beansprucht üblicherweise nur wenige Werktage. Die Kosten für den Zahlungsdienst entrichten Webshop-Betreiber ähnlich der Kreditkarten über ein Disagio, das vor allem von der Höhe der Zahlung abhängt.

Praktisch: Prompt nach erfolgreicher Durchführung einer Transaktion erhalten Emfpänger eine entsprechende Eingangs-Benachrichtigung per E-Mail mit allen relevanten Daten und Informationen des Auftraggebers.

 

Zahlung per Handy

Eine bislang oft noch wenig beachtete Alternative ist die Zahlung per Handy/Mobiltelefon. In Österreich übernimmt dies der Anbieter paybox, der vor allem im Bereich des "Mobile Parking" für Aufsehen gesorgt hat. Nicht zu unterschätzen: Wieviele Internetnutzer verfügen über eine Kreditkarte? Und wieviele über ein Mobiltelefon? Zugegeben, derzeit lässt der große Durchbruch des Handyzahlens im E-Commerce noch ein wenig auf sich warten. An dieser Stelle sei allerdings ein kurzer Blick auf die Quick-Funktion von Maestro- (Bankomat-) Karten erlaubt: Das Service dümpelte lange Zeit ein wenig vor sich hin, machte allerdings mit der Umstellung der Zigarettenautomaten einen Riesensatz nach vorne - eine ähnliche Entwicklung könnte auch den Handytransaktionen bevorstehen, vor allem wenn es um das Erreichen einer besonders jungen Zielgruppe geht, die noch nicht über Kreditkarten verfügt.

Zuletzt geändert am: Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 19:21 Uhr
Vincent Offenbeck / eCleaners-Team

Vincent Offenbeck / eCleaners-Team

Vormals IKT-Fachredakteur für Händler und Unternehmen und sich der täglichen Herausforderungen des Business-Alltags, technologischer wie operativer Natur, bestens bewusst. Dieses Knowhow hilft Ihnen dabei, effizienter und produktiver zu agieren.

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